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Allein durch die Wildnis

 
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Attaan



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 11.08.2020
Beiträge: 56


Wohnort: Münsterland
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BeitragVerfasst am: 28.05.2021 23:17    Titel: Allein durch die Wildnis Antworten mit Zitat

5.2.2017

Allein unterwegs

Ich fuhr allein, "Extrem-Reisen" mache ich immer allein. In meinem Umfeld kenne
ich niemanden, der so  etwas mitmacht. Es ist zu anstrengend, zu primitiv, zu ein-
sam und die Natur nicht SO interessant um die Strapazen auf sich zu nehmen. Ab-
schreckend sind  besonders der  schwere Rucksack, das häufige  Schlafen im Zelt,
vielleicht auch im Dauerregen und nicht zu unterschätzen: die Einsamkeit. Es gibt
sicher viele  Menschen in  Deutschland, die solche  Reisen machen. Sie sind trotz-
dem eine kleine Minderheit und über Deutschland verstreut. So bin ich zum Einzel-
kämpfer geworden.

Im vorletzten Oktober fuhr ich los, Richtung Nordwest-Dalarna. Auf der Fahrt dort-
hin ließ  ich mir etwas Zeit, besuchte  bekannte Stellen, paddelte  auf idyllischen
Seen und ließ die Seele baumeln, näherte mich dabei aber dem Norden Dalarnas.




Ich fand nach einigem Suchen einen günstigen Stellplatz für mein kleines, wendi-
ges Wohnmobil, direkt an  einem größeren  Gebirgssee, weitab von  Landstraßen.
Zum Wasser waren es gerade mal 20 Meter. Ich beschloß, hier zu bleiben und be-
reitete meine Fahrt gründlich vor.




Ich nahm  einen fertig  gepackten Rucksack mit. Was  nicht rein  paßte oder zu
schwer war, mußte im Auto bleiben. Allerdings nahm ich zusätzlich etwas Mate-
rial und vor allem  Reserve-Nahrung für 1 Depot mit. Die Versuchung  ist  groß,
im Boot  doch mehr  mitzunehmen. Das Boot  kann  eben mehr  tragen als ich.
Einmal mußte  ich mein Boot  umsetzen: Der See auf  dem ich losfuhr, war vom
See am  Hochgebirge  getrennt, es war Wald von  ungefähr 300 m dazwischen.
Erst trug ich meinen Rucksack dahin, dann holte ich die Ausrüstung für 1 Depot,
zuletzt kam mein Boot an die Reihe. Gut, daß es vergleichsweise leicht ist, sonst
gingen solche  Fahrten ja nicht. Ich faßte  das Boot an  einer Wulst  und trug es
längs rechts  oder links, ich mußte  ab und  zu wechseln. Auf dem Kopf hatte ich
das schon früher ausprobiert, aber das ist nicht so gut. Das Umsetzen dauerte
ungefähr 2 Stunden, ich  mußte mir im  Wald ja erst  mal die beste  Möglichkeit
zum Laufen quer durchs Gelände suchen.




Ich paddelte  zwei Tage langsam in Richtung  Hochgebirge. Ich fuhr  meistens in
Ufernähe, wegen des schon recht kalten Wassers und weil man am Ufer viel mehr
sehen kann als auf dem offenen Wasser. Doch einen Elch konnte ich trotz leisen
Paddelns nicht überraschen. Es war mir aber auch schon mal vor langer Zeit ge-
lungen, direkt neben einem Rothirsch herzupaddeln.




Noch gab es  hier viel gelbes  Herbstlaub. An einem  schönen Uferplatz  nahm ich
mein Boot aus dem Wasser, denn ich wollte mein Zelt nicht wieder im Dunkeln auf-
bauen. Ich baute mein Zelt auf und machte einige kurze Eintragungen in mein Fahr-
tenbuch. Ich sah mir etwas die Umgebung an und sammelte schließlich trockenes,
also mehrjährig auf dem Waldboden liegendes Holz.




In der  Dämmerung  machte ich ein  Feuer und grillte  zwei Bratwürstchen, trank
eine Flasche Bier und ein Schnäpschen hinterher. Dann spielte ich auf meiner Mund-
harmonika alte Fahrtenlieder. Ein Radio hatte ich natürlich nicht dabei, auch keine
anderen  Beschallungs-Instrumente, ich brauchte  das nicht, kam mit mir allein gut
zurecht. Ich war rundum  zufrieden und wußte: So viel Luxus konnte ich mir in den
nächsten zweieinhalb  Wochen nicht  mehr leisten, den Luxus  wollte ich nicht mit-
schleppen.




Nachdem ich das Feuer gelöscht hatte - ich hatte es nicht auf einer Klippe oder
auf Nadelboden gemacht - lief ich im Halbdunkel noch etwas am Ufer. Viele Stim-
men gab es nicht im Wald, viel weniger als bei uns in Deutschland auf dem Land.




Dann ging ich in mein Zelt. Es blieb in der Nacht vermutlich trocken. Nichts hatte
heute  auf Regen  hingedeutet. Übrigens:  Die 4 Reflektoren am  Zelt decke ich in
"unsicheren Gegenden" ab, z.B. in Deutschland. Hier oben ist das alles überflüssig.




Mein schwedisches Hilleberg-Zelt Nallo 2 (Testsieger) ist für 2 Personen geeignet,
obwohl es dann mit Gepäck doch eng wird. Das Zelt ist sturmsicher und winterfest,
wiegt aber nur 2,3 kg. Es ist bis ins Detail gut durchdacht und bestens verarbeitet,
hat aber mit über 600,- Euro seinen Preis.




An diesem  Morgen kommt  meine vorläufig  letzte Etappe mit meinem Boot. Ich
paddelte immer in Ufernähe. Der Himmel war heute morgen grau, die Sicht nicht
gut. Ich hoffte  darauf, daß der  Dunst /Nebel am  späteren Vormittag  nach oben
steigen und sich in der Sonne auflösen würde.




Dann MUSSTE ich quer über den See, bei ca. 7°C Wassertemperatur war das nicht
lustig. Ich zog meinen  dünnen Neopren-Anzug an, auch  wenn ich mich beim Pad-
deln kaputt  schwitzen würde. Der Anzug  konnte lebensrettend  sein. Mein Gepäck
war  in zwei  wasserdichten Beuteln v erstaut, der leere  Rucksack nicht. Alles war
am Boot  festgebunden, sollte  man immer machen. Das  gegenüberliegende Ufer
war so wolkenverhangen, daß ich das Gebirge nicht sehen konnte.




Doch je näher ich dem anderen Ufer kam, desto mehr konnte ich schemenhaft et-
was vom Gebirge erkennen, bis es dann deutlich zu sehen war, wie hier auf dem
Bild. Die leichten Regenschauer hatten auch aufgehört.




Ich war  ans Ufer  gegangen und  wurde doch  glatt von zwei Rentieren begrüßt.
Sie waren halbwild, nah ran konnte ich natürlich nicht. Sie gehörten Samen, hiel-
ten sich  aber  doch weitab  von ihrem  "Wirkungskreis" auf. Mein  Gepäck lag am
Ufer. Ich lies die Luft von  meinem Boot, rollte es  zu einem kleinen Paket zusam-
men, teilte  das Paddel  in seine  zwei Hälften. Boot und  Zubehör versteckte ich
dann etwas entfernt vom Ufer, außerdem einen wasser- und luftdichten Behälter
mit "normalen"  Nahrungsmitteln  und mit  einigen  Gepäckstücken, die ich nicht
mitnehmen konnte. Ich kramte  mein GPS-Gerät heraus, bestimmte  meine Posi-
tion und speicherte sie als Bootsversteck ab. Früher gab es solche Dinger nicht,
und ich fand meine Sachen trotzdem wieder.




Es war später Vormittag  und das Wetter zwar immer noch  grau, doch die Sicht
war wesenlich besser. Ich beschloß, hier  am kleinen  Gebirgssee Mittag zu ma-
chen. Ich konnte mich waschen und Trinkwasser schöpfen. Ab jetzt war ich ganz
allein, ohne Boot und  ohne einige  zusätzliche  Ausrüstungsteile. Ich hatte nur
DAS bei, was ich  auch tragen konnte. Ich legte mich  in die Rentierflechte und
schlief auch bald ein.




Dann am mittleren Nachmittag: die ersten Sonnenstrahlen! Ich machte Kaffeezeit
und legte mich  wieder hin. Für mich  als Flachlandmensch  war es  natürlich unge-
wohnt, mit schwerem Gepäck  ständig bergauf zu gehen. Außerdem  bin ich auch
nicht mehr der Jüngste. Ich war  nun nicht mehr allzu  weit von einer guten Hütte
entfernt, die ich von früher kannte. Bis jetzt hatte ich vom Auto an gerechnet kei-
nen Menschen gesehen.




In der Berghütte angekommen! Es war  später Nachmittag und die Sonne schien.
Ich machte schon mal mein Schlaflager fertig. Dann verstaute ich einen leichten
Behälter mit einem  Nahrungsmittel-Vorrat  von 8 kg. Den hatte ich zusätztlich zu
meinem Rucksack mitgenommen und legte hier also ein Depot an. Mein Rucksack
war voll und wog 26 kg, nicht gerade wenig für einen "älteren Herrn". Ich hatte al-
lein 14,5 kg trockene Nahrungsmittel dabei - also nicht wasserhaltige - und mußte
damit 17 Tage auskommen. Ab jetzt wurde mein Rucksack jeden Tag um ca. 860
Gramm leichter. Der Rucksack  auf dem Bild ist  ein schwedischer  90-Liter-Expe-
ditions-Rucksack von Haglöfs mit Außentraggestell, Leergewicht 4,2 kg. Er ist nun
17 Tage lang  mein Freund. Ich ruhte  mich nach dem Abendessen etwas aus, sah
mir dann noch die nähere Umgebung der Hütte an und ging dann früh schlafen.




Am frühen  Morgen: ein fantastisches  Morgenrot und  Rauhreif ist auch  auf dem
Dach zu sehen. Ich hatte immer ein kleines  Thermometer dabei, es waren -3°C.
Ich stand immer sehr  früh vor der Dämmerung auf, denn ich  ging ja bei der frü-
hen Dunkelheit im Oktober auch  immer früh schlafen, so konnte  ich immer min-
destens 9 Stunden liegen, viel zu viel, zu Hause komme ich mit 6 Stunden Schlaf
aus. Doch die Luftveränderung, der schwere Rucksack und die ewigen Steigungen
machen schön kaputt.




So, Abmarsch ! Ich verließ  die Hütte - danke schön ! - die letzte  zivilisatorische
Einrichtung, die ich vorläufig antraf. Der gekennzeichnete Steg ging jetzt noch ca.
3 Kilometer weiter, dann war ich wieder Pfadfinder.




Ein breiter Wildbach, stark wasserführend, stürzt sich hier in die Tiefe. Hier an
dieser Stelle werde ich nach mehr als 2 Wochen wieder vorbeikommen, aller-
dings 100 m tiefer. Doch jetzt ging es erst einmal bergauf, nur bergauf.




Und nun ein letzter Blick in tief gelegene, bewaldete Region. Tschüß Boot. Den
See konnte ich  überhaupt nicht  mehr sehen. Krüppelbirken gab  es jetzt hier
oben immer weniger, bis sie bald ganz unterhalb von mir waren. Der mit rote
Farbe auf Steinen markierte Pfad verlor sich hier. Ich speicherte die Koordina-
ten meines Standortes  im GPS-Gerät ab  und notierte  sie zusätzlich. Ab jetzt
mußte ich selbst den Pfad finden.




Mit meinem  kleinen Fernglas 10 x 20 hatte  ich schon vor  Stunden diese Über-
raschung entdeckt: ein Unterstand. Prima, ich brauchte mein Zelt nicht aufbauen
und schlief hier.  Jetzt war  wieder  leichter  Frost. Der Wind  machte  die Sache
manchmal  ungemütlich, und ich  hing meinen  Regenschutz vor  den Unterstand.
Ich mußte mich  immer in der Nähe von  Wasser oder von einem Schneefeld auf-
halten: Ich mußte  ja trinken und  abends Kartoffelbrei kochen. Müßte ich das ge-
samte Wasser für 17 Tage mitnehmen, wären das 34 kg zusätzlich zu dem 26 kg
schweren Rucksack gewesen, also überhaupt nicht machbar.




Dann sah ich die ersten Schneefelder, Schnee vom letzten Winter, also auch noch
Anfang Mai hier oben gefallen. Großes Glück hatte ich mit dem Wetter, gute Fern-
sicht. So ging das nun tagelang. Ich schlief nun natürlich immer im Zelt. Ab und zu
gab es mal ein Schneeschauer. Ich konnte bei der Fernsicht gut einschätzen, wann
es mal wieder so weit war und konnte vorher in Deckung gehen. Der Schnee blieb
nicht und wenn, dann nur ganz kurz liegen.




Dann wieder ein Geröllfeld, und es ging immer noch weiter nach oben. Die kanti-
gen Brocken konnten gut eine Seitenlänge von 4 m und eine Höhe bis zu 3 m ha-
ben, so daß ich sie umgehen oder mich durchschlängeln mußte. Zwar spürte ich,
daß mein Rucksack schon etwas leichter geworden war, aber es war besonders in
diesen  ständig  wieder vorkommenden Geröllfeldern  eine Schinderei. Nach jede
Geröllfeld habe ich mich auf den letzten Felsklotz gelegt und ausgeruht. Aber ich
wollte es ja so haben, querfeldein. Schon längst war ich seit Tagen in NORWEGEN.
Ich wußte es gefühlsmäßig wohl, konnte dies aber nachprüfen.




Nach einigen  Tagen erreichte  ich eine weitläufige  Hochebene. Über eines konn-
te ich mich jedenfalls NICHT beklagen, über das  Wetter. Ich hatte bisher ein Rie-
senglück, bis  auf die gelegentlichen  Schneeschauer. Aber es  war auch tagsüber
Frost, nur in den  vier Mittagstunden nicht. Wenn ich  keine langjährige Erfahrung
im Wandern  und auch im  Hochgebirgs-Wandern  gehabt hätte, wäre ich diesmal
nicht schon wieder  ohne markierten Pfad gelaufen. Ich habe eine Art Riecher für
Richtungen und Gelände, und früher gab es nicht einmal GPS, da bin ich nur nach
Sicht und manchmal, eher selten, nach Kompaß gelaufen.

                                                                                                                            Nebel kommt:

▲                                                  
Von Westen her (im Bild rechts hinten) kommt ziemlich schnell eine Nebelwand
und verhüllt mir den Blick auf noch höhere Bergklötze im norweg. Hochgebirge.
Hier auf der Hochebene konnte ich mein Zelt nicht verstecken, also nicht gegen
Wind schützen. Es wehte kräftig, eine steife Brise, ca. 6 Beaufort. Meinem Zelt
machte das  nichts aus, aber mir. Häringe  gingen nicht in den steinigen Boden,
also mußte ich dicke Steine nehmen und daran die Zeltleinen befestigen. Mir fiel
auf, daß es hier oben keine Schneefelder gab, kein Wunder, es war flach ohne
Senken  oder Nischen, in denen  sich der Schnee hätte halten können. Ich über-
nachtete zweimal hier auf der Hochebene, ließ das Zelt also an einer Stelle ste-
hen. Es gefiel mir hier sehr gut.




Dann kam  der Zeitpunkt, an  dem ich wieder  umkehren mußte. Ich wählte eine
andere Route. Da gab es weniger Geröll, aber mehr Schneefelder. Ich konnte sie
nicht  umgehen, die Umwege  wären jedesmal zu  groß gewesen. Also mußte ich
durch! Oft sackte  ich bis über die  Knie ein, eine  Schinderei. Mein Gewicht+Ruck-
sackgewicht ließen  mich  einsacken, einmal  sogar bis   zum  Schritt, so  daß sich
der Rucksack  auf dem  Schnee  abstützte.  Ich konnte  mir die  Tageszeit für die
vielen Schneefelder ja nicht aussuchen. Denn bis morgens um 10 und nachmittags
ab 16 Uhr war der durch Frost verharrschte Schnee so fest, daß ich nur 10 bis 20
cm einsackte. Eine  alte Trapper-Weisheit:  "Gehe nie  durch Schnee  am Mittag!"
Von nun an ging es ständig bergab, manchmal steil.




Ja .... und dann kam  ich an die Stelle, an der  ich schon vor  zwei Wochen war,
damals stand ich allerdings 100 Meter höher, dort wo der breite Wildbach sich in
die Tiefe stürzt. Hier, wo die Sonne nicht hinkam, war auch tagsüber Frost. Unter-
wegs hatte ich in der kältesten Nacht - 6° C. Das hatte mein "Frühwinter-Schlaf-
sack" so eben  ausgehalten. Nun ging es in  Richtung Hütte, wo ich  meine erste
"Wandernacht"  verbracht  hatte, noch  einige Kilometer  und  Höhenmeter. Mein
Rucksack war um 13 kg leichter, gemessen an den verzehrten Portionen. Und er
war morgen wieder 8 kg schwerer, ich packte mein Depot rein, brauchte es dies-
mal also nicht an der Hand tragen.




An der Hütte war ja bereits der erste Wald nach meiner Tour. Nun ging es also
durch  lichten Wald  weiter,  ungewohnt,  aber schön. Stundenlang  begleiteten
mich die Unglückshäher, auf Schwedisch "Lavskrika", auf Englisch "Sibirian Jay".
Ich glaube teilweise waren es dieselben, teilweise wieder andere. Sie sind für
ihre  Zutraulichkeit  bekannt und  waren  die ersten  Lebewesen, die ich  nach
meiner  Hochgebirgstour  um mich hatte. Allerdings  fütterte ich sie  auch mit
Knäckebrot.




Und dann waren die unendlich großen Wälder schon wieder ganz nah und mein
Boot mit Zubehör und mit meinem zweiten Depot warteten auf mich. Am Abend
grillte ich  nach zwei  Wochen Kartoffelbrei und  Haferflocken wieder Bratwurst
am Lagerfeuer, trank diesmal  zwei Bierchen  und zwei  Schnäpschen. Doch vor-
her hatte ich natürlich schon mein Zelt aufgebaut ... sicherheitshalber.




JA, an einem späten Nachmittag kam ich dann bei leichtem Frost nach zwei Ta-
gen Bootsfahrt "zu Hause" an: an meinem Wohnmobil. Es war der 3. November.
Sollte ich mich nun freuen, oder sollte ich traurig sein? Ganz einfach: Ich hatte
sehr gemischte  Gefühle, und ich trank  erst mal ein Bierchen auf die gesunde
Rückkehr. Dann machte ich wieder ein Lagerfeuer und grillte, spielte Mundhar-
monika und dachte an die vergangenen Abenteuer und daß ich das bald wieder-
holen würde. Nun müßte ich nach über 3 Wochen damit rechnen, morgen oder
übermorgen wieder Menschen zu sehen. Ich hatte unterwegs jeden Tag mehr-
mals laut gesprochen, ich wollte meine Stimme nicht wieder verlieren. Das war
mir mal vor längerer  Zeit nach einer ähnlichen Tour passiert: Ich bekam nur lei-
se und  krächzend Laute  aus meinem  Mund, und  das hatte etliche Tage ange-
halten. Das war mir eine Lehre.

An Menschen  und Autos mußte  ich mich  erst langsam wieder gewöhnen. Nun
kam ich  ja zum Glück  nicht direkt in  das dichtgedrängte Deutschland. Ich ließ
mir auf der Rückfahrt durch Schweden und Dänemark Zeit und sah noch viel.


Hejdå, Attaan



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Korinthos Kakis



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BeitragVerfasst am: 29.05.2021 00:30    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Attaan, was für ein toller und fesselnder Bericht. Früher hätte ich das auch gerne gemacht, aber mein Leben verlief völlig anders. Heute ist mein Körper nicht mehr in der Lage dazu. Alles verschlissen. Ich bin schon froh wenn ich den kurzen Aufstieg zum Sörknatten noch schaffe. An dem längeren bin ich im letzten Jahr bereits gescheitert.
_________________
LG
Udo
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BeitragVerfasst am: 29.05.2021 00:30    Titel: Re:


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Småland



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BeitragVerfasst am: 29.05.2021 16:23    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Vielen Dank für den tollen Bericht! Einfach schön (aber nix für Mutters Tochter  Smilie ).

Småland

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Lio



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BeitragVerfasst am: 29.05.2021 19:56    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Smilie Wow was für ein Abenteuer!  Wie cool. Wenn man das liest, würde man am liebsten mit, allerdings bin ich nicht so ganz geschaffen um bei Minusgraden zu Zelten. Unser Nachbar wandert jedes Jahr mit seinem Bruder durchs Fjell. Die Beiden lieben auch die Stille. Eigentlich wollen sie beim Wanderen den Lärm und die Menschen hinter sich lassen, aber unser Nachbar meite, wenn man im Fjell mal jemand begegnet, das ist es auch ganz nett. Eigentlich trifft man dort oben nur Leute, die alles die gleichen Einstellungen zum Wandern haben.
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Attaan



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BeitragVerfasst am: 02.06.2021 10:27    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Ich freue mich, daß Euch mein Reisebericht gefallen hat, Danke für das Betrachten und Lesen !
Korinthos Kakis: Ja, ich verstehe das mit dem Verschleiß. Bei einem Auto kann man Ersatz-
teile einbauen, bei einem Menschen ist es schwieriger.
Småland: Nein, bitte meine verrückten Sachen nicht nachmachen. Ich brauche häufiger Wild-
nis pur, vielleicht weil Deutschland so dicht besiedelt ist.
Lio: Es muß ja nicht unbedingt Frost sein, aber im Herbst ist damit zu rechnen. Außerdem
frieren Frauen auch schneller als Männer, weil Frauen eine geringere Muskelmasse haben. das
habe ich auch erst vor einigen Jahren gelernt.

Attaan


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Rwitha



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BeitragVerfasst am: 02.06.2021 20:52    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Ich muss zugeben, dass ich den Bericht noch nicht gelesen haben, aber das werde ich tun, sobald ich mehr Zeit haben - versprochen
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~~~ Nicht jede Hand, die ich hielt, war es wert, aber jede Pfote.~~~

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Attaan



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BeitragVerfasst am: 03.06.2021 06:19    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Roswitha: Mein Bericht ist ja auch ziemlich lang, und Du hast ja eine weite, anstrengende Reise hinter
Dir. Danach hast Du jetzt sicher auch viel zu tun.
Attaan

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Rwitha



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BeitragVerfasst am: 04.06.2021 20:01    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Nicht nur die Reise, unser Sohn war ja mitgekommen und bis heute bei uns. Wir haben allerhand geschafft und auch allerhand unternommen, aber jetzt wird es wieder ruhiger.
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~~~ Nicht jede Hand, die ich hielt, war es wert, aber jede Pfote.~~~

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BeitragVerfasst am: 05.06.2021 20:58    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Wow, was für ein toller Reisebericht


So eine Tour würde ich mir schon zutrauen, allerdings nicht alleine. Dabei würde mir die einsame Wanderung weniger ausmachen, als die einsamen Nächte - ne, ne da würde ich mir bei jedem Geräusch in die Hose machen


Aber Spaß beiseite. Eine tolle Wanderung und ich kann gut verstehen, dass man bei so etwas richtig die Seele baumeln lassen kann. Allerdings finde ich solche Steinbrockenflächen schon etwas gefährlich. Schnell kann man Abrutschen oder sich vertreten und dann ist man da ganz alleine     .... ist ja zum Glück nicht passiert.


Vielen Dank Attaan, dass du uns an deiner Tour hast teilnehmen lassen.

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BeitragVerfasst am: 05.06.2021 20:58    Titel: Re:


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